Historische Börsencrash

Um einigen die Angst zu nehmen, ein kurzer Überblick über die wichtigsten Börsencrash bisher:

Historische Börsencrash

1637 Tulpenzwiebeln

ja ihr habt richtig gelesen. Die Tulpenzwiebel hatte 1636 einen Wert eines neuen Wagen samt Geschirr und zwei Pferde! Damals noch ein sehr seltener Import aus Asien, erreichten die wertvollsten Zwiebeln nach heutigen Stand einen Wert von bis zu 50.000,- EUR! Bis die ersten Anleger anfingen 1637 ihre Gewinne zu realisieren. Die anschließende Verkaufspanik erschütterte den Warenhandel so stark, das dieser in eine tiefe Krise fiel.

1720 war es dann das Gold

als erster richtiger Börsencrash taucht das Ende der Goldspekulation in den Büchern auf. In England war der Star an der Londoner Börse das Unternehmen „South Sea Company“ Die Firma hatte die Genehmigung Gold in Nordamerika schlürfen zu dürfen! Der Kurs explodierte von 120 Pfund auf über 1000 Pfund!
Zur gleichen Zeit hatten die Franzosen, oder genauer die „Banque Royal“ die „revolutionäre“ Idee Papiergeld auszugeben. Geld hatte damals nur den Wert seines Edelmetallsgehalt mit dem es geprägt wurde. Papiergeld gab es in der Form noch nicht. Die besagte Bank gab nun Papiergeld aus, um die Staatsverschuldung zu senken.Die Deckung sollte aus dem Goldhandel im Amerika kommen.
Die Goldhoffnung löste sich auf und die ersten wollten ihr Papiergeld in Gold zurück tauschen. Natürlich viel auch der Kurs von South Sea ins Bodenlose! Der 1. echte Börsencrash!

1929 die Mutter aller Börsencrash! der schwarze Freitag

Hochkonjunktur und steigende Börsenkurse hatten die USA in den 1920er Jahren zum reichsten Land der Welt gemacht. Schon damals war die Börse nicht nur als attraktive Geldanlage für Banken und Versicherung interessant, sondern auch die breite Bevölkerungsgruppen investierten! Der Traum der Aktionäre von damals unterscheidet sich nicht mit dem heutigen Träumen. Nicht mehr arbeiten zu müssen und von den Gewinnen leben zu können! Beim Frisör, im Taxi oder sonst wo in New York und den USA war dieses Thema immer präsent!
Im Sommer 1929 wurde es dann langsam unruhiger. In Europa bereits mächtig unter Druck, wurde es in den USA immer deutlicher, dass die US Fimen die Produktionen zu stark ausgeweitet hatten. Der Verkauf langlebiger Güter wer erstmals nach Jahren des Aufschwungs rückläufig! Am 24.10.1929 ging die Börsen deutlich zurück. Dieser Verkaufsdruck erhöhte sich am schwarzen Freitag den 25.10.!
Das Wochenende nutzen die meisten Anleger um ihre Position zu prüfen und sich zu entschließen diese zu verkaufen. Da viele auch auf Kredit gekauft haben, hatten sie gar keine Wahl! Sie mussten sogar verkaufen, da die Banken neue Sicherheiten verlangten! Am Dienstag den 29.10.1929 wurden die Ticker dann mit mehreren Stunden Rückstand aktualisiert. Knapp 17 Millionen Aktien wechselten den Besitzer! Überall wo die Kurse öffentlich angezeigt wurden, verfolgten Anleger fassungslos, wir Ihr Vermögen vernichtet wurde. Sie waren ruiniert und ganze Banken brachen zusammen!
Kurze Erholungen folgten immer weitere Verkäufe! Im Schnitt verloren die Aktien 75% bis zum März 1933!

1931 Bankenkrise in Deutschland

Letztendlich dauerte der „schwarze Freitag“ 4 Jahre! Keine Frage dies Krise ging an Europa und hier vorallem an Deutschland und Österreich nicht spurlos vorbei.
Als amerikanische und französische Termingelder (Gelder, die bis zu einem bestimmten Termin auf ein Konto festgelegt werden) gekündigt wurden, war die Österreichische Kreditanstalt zahlungsunfähig. Die Reichsbank griff nicht ein, um die Währung nicht aufzuweichen.
Die Sparer stürmten die Banken, es gab „Bankfeiertage“: Die Banken blieben zeitweilig geschlossen. Viele kreditfinanzierte Betriebe mussten schließen, die Arbeiter wurden entlassen. Die Weltwirtschaftskrise lähmte die Industrienationen, würgte den Welthandel ab und bereitete totalitären politischen Bewegungen den Boden. Wollen wir hoffen, dass wir in der Lage sind aus diesen Jahren zu lernen!
1987 der Welthandel gerät ins Stocken
Ende des 20.Jahrhunderts häufen sich die Börsencrash aber vergleichsweise glimpflich sind diese zu bewerten! Am 18.10.1987 war der Auslöser mal wieder in den USA zu suchen. Und wehe einer antizipiert diesen Crash mit der heutigen Zeit 😉 Die Schuldenpolitik von R.Reagan lies die US Haushalte und die Handelsbilanz auf ein Rekorddefizit sinken! James Baker damaliger Finanzminster fühlte sich berufen der deutschen Bundesbank mit deutlichen Worten zu einer Zinssenkung aufzufordern. Für viele Anleger DAS ZEICHEN, dass die USA wirtschaftlich nicht mehr mit der BRD zusammenarbeiten wolle. Zumindest nicht in dem Umfang! BÄHM
Am 19.10.1987 fiel der Dow von 2246 auf 1738 Punkte ein Minus von fast 23%!
Realwirtschaftlich hatte die Aussage von Herrn Baker kaum folgen, viele Kleinanleger verloren aber große Teile ihres Vermögens, weil Sie an diesem Tag ausstiegen und nie wieder an die Börse zurück kehrten
1997 diesmal geht’s nach Asien
anders als 1987, wo der Börsencrash kaum folgen hatte, gab es in der Asien Krise ernsthafte Folgen! Auslöser waren die künstlich hoch gehaltenen Währungen in den südostasiatischen Schwellenländern. Am 02.07.1997 beendet zuerst Thailand den Wahnsinn. Dann folgten Indonesien, Malaysia und die Philippinen. Am 23.10.1997 brachen dann an Hongkongs Börse alle Dämme! Bis Monatsende notierte der Hang Seng über 40% im Minus! Selbst in Europa und USA gaben die Kurse um etwa 7% nach. Waren die Kursirretationen hier noch wenig bedrohlich und erholten sich auch schnell wieder, stürzte Südostasien in eine tiefe Krise! Die Ablösung vom US Dollar lies die Währungen komplett einbrechen. Kosum, Bau und Kreditfinanzierungen sanken drastisch! So drastisch dass, das Vermögen aller Statten in Südostasien bedenklich zusammen schrumpfte!

2000: keine Tulpen dafür @com

Seit 1997 hatte besonders Kleinaktionäre in die vielen Start-up-Unternehmen aus der Telekommunikations-, Medien- und Technologiebranche investiert. Diese New Economy Unternehmen versprachen Innovationen und scheinbar grenzenloses Wachstum. Oft wurde investiert, obwohl jegliches Hintergrundwissen über das jeweilige Unternehmen fehlte. Es entstand ein regelrechtes Börsenfieber, das die Kurse in die Höhe trieb. So muss in in den 1920er Jahren in den USA gewesen sein 🙂
Vermeindlich wachstumsstarke Firmen konnten an die Börse gehen, ohne belegen zu müssen, dass sie in den Jahren zuvor Gewinne gemacht hatten. Mit dem frischen Kapital haben sich die kleinen Buden komplett übernommen! Fast unausweichlich kamen Ermittlungen wegen Bilanzfälschungen und Insiderhandels gegen verschiedene New Economy Unternehmen.
Große Investoren erkannten das Ende der Boomphase und zogen ihr Geld zurück. Das ließ die Kurse sinken und führte zu Panikverkäufen bei den Kleinaktionären. Die Kurse stürzten ab. So stürzten sogar soweit ab, dass im Juni 2003 der Handel am Neuen Markt geschlossen wurde! Die Aktionäre hatten seit März 2000 mehr als 200 Milliarden Euro verloren. Die überlebenden Firmen aus dem NeMax bekamen einen neuen Index, den heutigen TecDax!

2007/2008: zurück in die USA – Hypothekenkrise

Erst die Immobilienkrise im Frühjahr 2007 in den USA, führte in eine weltweite Bankenkrise 2008.
Niedrige Leitzins haben dazu geführt, dass immer mehr US-Bürger mit niedrigem Einkommen einen Kredit aufnahmen, um sich ihr Eigenheim zu finanzieren, oder eine bestehendes Darlehn für Konsumschulden zu erweitern. Gelockt wurden sie dabei von Angeboten einiger Hypothekenfinanzierer, die auch Personen mit niedriger Bonität Kredite gewährten.
Der Nachteil dieser sogenannten Subprime Loans (zweitklassige Kredite) waren die variablen Zinssätze. Um das Ausfallrisiko weiterzugeben, ließen die Banken die Kredite in durch Hypotheken abgesicherte Wertpapiere umwandeln. Diese Wertpapier-Pakete wurden von den zuständigen Rating-Agenturen als sicher eingestuft und weltweit an Kreditinstitute verkauft.
2004 wurde der US-Leitzins schrittweise wieder angehoben. Viele der Subprime Kreditnehmer konnten die stetig steigenden Raten ihrer Hypothekenkredite nicht mehr bezahlen und mussten ihre Häuser verkaufen. Die Hauspreise stürzten ab, wodurch die Wertpapier-Pakete abgestuft wurden und an Wert verloren. Das führte zu einer starken Verunsicherung und wachsendem Misstrauen im gesamten Finanzsektor. Den Banken wurde es zu riskant, sich untereinander Geld zu leihen.
Als Folge kam es weltweit zu immensen Verlusten und Insolvenzen bei Finanzunternehmen. Am bekanntesten ist wohl Lehman Brothers. Um eine Rezession zu verhindern, beschlossen die Politiker, Staatshilfen zu gewähren. Im Oktober 2008 wurde in Deutschland ein Bankenrettungspaket im Wert von 480 Milliarden Euro verabschiedet. Davon sind bisher etwa 52 Milliarden tatsächlich geflossen.

8 wirkliche Börsencrash haben uns seit 1637 ereilt!

in 380 Jahren hat es also 8x so richtig gescheppert! Alle 47,5 Jahre demnach sind wir rein statistisch Meilenweit von einem nächsten Crash entfernt. Ok einige werden jetzt die jüngste Historie bemühen und sagen, halt stop! Seit 1987 haben wir 4 große Krisen meistern müssen. Die Statistik schrumpft also auf alle 5 Jahre runter, dann wären wir längs überfällig für den nächsten Börsencrash! Stimmt, aber wie bereits oben im Text beschrieben, waren diese Krisen auch alle relativ schnell ausgestanden und haben neben der Abwertung des aktuell Vermögen, vor allem Chancen gegeben zukünftiges Vermögen aufzubauen!


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